Das sagt die Wissenschaft

Verbesserung der Resorption von Mineralstoffen durch resistentes Dextrin

Das Wichtigste: Es liegen Daten vor, die im Tierexperiment zeigen, dass der Verzehr resistenter Dextrine eine verbesserte Resorption von Mineralstoffen zur Folge hat.

Im Tierexperiment führte eine kontinuierliche Aufnahme resistenter Dextrine zu einer Verbesserung der Resorption von Mineralstoffen. Über einen Zeitraum von 7 Tagen wurde eine 0%-ige (Kontrollgruppe), 1,5%-ige oder 3%-ige Dextrinlösung an Ratten verabreicht. Die Resorption von Mineralstoffen wurde aus der mit dem Futter aufgenommenen und über den Stuhl ausgeschiedenen Mineralstoffmenge bestimmt. Die Resorption der Mineralstoffe Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink konnte im Unterschied zur Kontrollgruppe ohne Dextrin gesteigert werden (Abb. 7). Die Resorption der Mineralstoffe Kalzium, Magnesium und Eisen zeigte dabei bei der höheren 3%-igen Dosierung verglichen mit der niedrigeren 1,5%-igen Dosierung einen höheren Wert. Die Autoren konnten eine Zunahme des Eisengehaltes in der Leber von 5 µmol in der Kontrollgruppe auf 6,9 µmol und 10 µmol nach Verzehr der 1,5%-igen bzw. 3%-igen Dextrinlösung feststellen. Schließlich wurde auch eine Zunahme des Gewichts des Oberschenkelknochens von 0,115 g/100 g KG in der Kontrollgruppe auf 0,123 g/100 g KG in beiden Verumgruppen registriert, die auf eine gesteigerte Kalzium-Resorption zurückzuführen war.

 

Abb. 7: Verbesserung der Mineralstoffresorption

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In einer kürzlich veröffentlichten Studie kommen Miyazato et al. (2010) in Rattenexperimenten zu vergleichbaren Resultaten. Vergleichende Untersuchungen mit resistentem und hydrogenierten Maltodextrin bewirken eine dosis-abhängige Verbesserung der Absorption von Ca, Mg, Fe und Zn.

Resistentes Dextrin hat eine präbiotische Wirkung. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Ballaststoff somit die Mineralstoffabsorption fördert, so wie dies für andere unverdauliche, im Dickdarm fermentierbare Kohlenhydrate angenommen wird. Ein Beispiel ist z.B. die Laktulose, die im Tierversuch die Absorption von Eisen, Magnesium und Kalzium zu steigern scheint (Unger 1999). Inulin (Fructooligosaccharide) führen zu ähnlichen Effekten (Igarashi et al. 1994). Verschiedene Studien liefern Hinweise, dass diese die Mineralstoffresorption fördern (Wang et al. 2010, Sabater-Molina et al. 2009). Die genauen Ursachen sind jedoch noch nicht geklärt. Laut Unger (1999) bestehen die folgenden Möglichkeiten:

  • Anstieg des Anteils an ionisch gelösten Mineralstoffen infolge einer pH-Absenkung, was die Absorption durch passive Diffusion erleichtert,
  • Förderung eines nicht sättigbaren, parazellulären Transportweg durch die Darmwand durch den osmotischen Effekt der Fructooligosaccharide,
  • Koppelung der Absorption von kurzkettigen Fettsäuren und Mineralstoffen,
  • Förderung des Wachstums der Kolonschleimhaut und damit einhergehende Erhöhung deren Kapazität zur Mineralstoffabsorption.