Das sagt die Wissenschaft

Senkung des postprandialen Blutzucker- und Triglycerid-Spiegels durch resistentes Dextrin

Das Wichtigste: Eine vorteilhafte Wirkung resistenter Dextrine ist die Senkung des postprandialen Blutzuckeranstiegs. Diese ist auf den niedrigen Glykämischen Index (GI) der Dextrine zurückzuführen. Aus einem mit anderen Lebensmitteln kombinierten Dextrin-Verzehr resultiert eine GI-reduzierte Ernährung, die eine geringere Insulinausschüttung und dadurch eine geringere Fetteinlagerung zur Folge hat. Resistente Dextrine führen zu einer langfristigen Verbesserung der Zuckertoleranz sowie zu einer Senkung der postprandialen Triglycerid- und Insulin-Spiegel.

Resistente Dextrine haben einen niedrigen Glykämischen Index (GI), der ein Maß für die Blutzuckererhöhung, die durch ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel ausgelöst wird, ist. Unno et al. (2002) machten die Beobachtung, dass resistente Dextrine zu einer Verringerung des postprandialen Anstiegs der Blutglucose- und des Seruminsulin-Spiegels führten. In einer einfach blinden Cross-over-Studie verabreichten sie 5,7 g Dextrin und 300 g gedünsteten Reis an 20 gesunde erwachsene Personen. Die Blutglucose-Spiegel zeigten innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von 120 min einen erniedrigten Verlauf im Vergleich zu einer Placebogruppe (Abb. 3). Die Serum-Insulinspiegel stiegen entsprechend weniger stark an und zeigten ebenfalls einen erniedrigten Verlauf.

Abb. 3: Verminderung der postprandialen Blutglucose- und Serum-Insulinspiegel

blutglucosespiegel

Eine den Blutzucker-Spiegel senkende Wirkung ergab sich auch, nachdem 40 Probanden 5 g resistentes Dextrin zu japanischen Nudeln mit Reis und einem „Topping“ (16 g Protein, 9 g Fett, 105 g Zucker; 580 kcal) verzehrt hatten. Die Blutzucker-Spiegel zeigten einen höheren Verlauf bei den Personen, die kein Dextrin eingenommen hatten (Tokunaga und Matsuoka 1999). Takeyasu et al. (2006) machten gleiche Beobachtungen an 29 gesunden Erwachsenen nach Verabreichung einer Menge von 6,2 g resistentes Dextrin kombiniert mit Reis und Nudeln. Der Anstieg des Blutzuckerspiegels wurde durch das Dextrin signifikant unterdrückt. Auch die Insulinspiegel fielen niedriger aus.

Kaneda et al. (2005) verabreichten 6,6 g resistentes Dextrin in Form eines Grünteegetränks zusammen mit einer Portion von 300 g gekochtem Reis, dazu getrockneten Fisch und Gemüse an 30 gesunde erwachsene Personen. Der in der Kontrollgruppe, die kein Dextrin zuführte, nach 30 min. beobachtete Anstieg des Blutzuckerspiegels fiel aufgrund des gleichzeitigen Verzehrs des Dextrins signifikant niedriger aus.

Deutlich wurde zudem eine Verbesserung der Zuckertoleranz bei langfristiger Einnahme von 3-mal 10 g/Tag des resistenten Dextrins über einen Zeitraum von 12 Wochen (Kishimoto et al. 2000a). Bei den Teilnehmern dieser Studie handelte es sich um 10 männliche Erwachsene mit einem erhöhten Cholesterin- oder Blutfettspiegel. Im Glucosetoleranztest ergaben sich 30, 60 und 120 min. nach Glucosezufuhr signifikant niedrigere Blutglucosespiegel nach einem 3 Monate andauernden Verzehr eines resistenten Dextrins. Der Anstieg der Insulinspiegel der Männer zeigte einen ähnlichen Verlauf wie vor der 3-monatigen Einnahmephase. Ihr Verlauf war jedoch insgesamt flacher. Die Insulinspiegel sanken schneller wieder ab.

Eine Meta-Analyse von Livesey und Tagami (2008) führte zu der Erkenntnis, dass resistentes Dextrin über Getränke zugeführt einen größeren Effekt auf die Blutzuckerspiegel hat als wenn dieses als Bestandteil von Lebensmittel verzehrt wird. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass resistentes Dextrin eine die glykämische Reaktion abschwächende Wirkung bei Dosierungen von 3-10 g pro Mahlzeit hat.

Effekte des resistenten Dextrins bei einem gleichzeitigen Verzehr einer Kohlenhydrat- und Fettreichen Fastfood-Mahlzeit wurden an 13 gesunden Erwachsenen in einer Placebo-kontrollierten Studie untersucht. Die Studienteilnehmer erhielten ein Diätgetränk mit 0 kcal als Placebo oder ein Testgetränk mit 5 g Dextrin zu einer Fastfood-Mahlzeit, bestehend aus einem Hamburger und Pommes frites. Die Blutglucose- und Insulin-Spiegel der Personen in der Verumgruppe stiegen im sog. „Meal-Loadung-Test“ weniger hoch an. Für Insulin ergaben sich z.T. signifikante Unterschiede. Außerdem zeigten die Triglycerid- und Cholesterin-Spiegel im Blut einen flacheren Verlauf und ebenfalls signifikante Unterschiede im Vergleich zur Placebogruppe (Abb. 4) (Kishimoto et al. 2007).

Abb. 4: Verminderung der postprandialen Serum-Triglyceridspiegel

triglyceridspiegel

Positive Effekte auf den Lipidmetabolismus konnten auch Matsuoka et al. (1992) beobachten. Kawasaki et al. (2000) konnten in einer Studie mir 30 gesunden Personen beobachten, dass ein Verzehr von 6,25 g resistentem Dextrin über einen Zeitraum von 12 Wochen einen signifikant niedrigeren Triglycerid-Spiegel zur Folge hatte.

Die regelmäßige Einnahme von Getränken, die resistentes Dextrin enthalten, wurde von Kajimoto et al. (2000) im Hinblick auf eine Senkung der Lipid-Spiegel im Serum u.a. bei Personen mit milder Hypertriglyceridämie für gut befunden. Der Ballaststoff wurde als nützlich hinsichtlich einer Prävention von Fettleibigkeit und Arteriosklerose erklärt. Fujioka et al. (1987) kamen zu dem Ergebnis, dass mit einer kontinuierlichen Zufuhr resistenter Dextrine eine Adipositas korrigiert werden kann, die als ein „Trigger“ vieler verschiedener Krankheiten bei Erwachsenen verstanden werden kann.