Das sagt die Wissenschaft

Präbiotischer Effekt und Darmregulation durch resistentes Dextrin

Das Wichtigste: Resistente Dextrine führen zu einer Erhöhung des Stuhlvolumens und der Stuhlfrequenz. Sie fördern das Wachstum von gesundheitsfördernden Darmbakterien (präbiotischer Effekt) und sorgen für eine gesunde Darmflora. Außerdem wirken sie Verdauungsbeschwerden, wie Verstopfungen, Blähungen und Unwohlsein, entgegen, sind gut verträglich und fördern das Wohlbefinden.

Eine Studie von Unno et al. (2001) führte zu der Beobachtung, dass resistente Dextrine die Stuhlfrequenz und das Stuhlvolumen erhöhen. Über einen Zeitraum von 14 Tagen wurden 4,8 g des Ballastoffs täglich an 20 Frauen, die an Verstopfung litten, verabreicht. Die Stuhlfrequenz erhöhte sich von 4,1-mal auf 5,5-mal pro Woche, das Stuhlvolumen von 6,6 auf 8,4 Stuhleinheiten pro Woche. In einer Crossover-Studie von Unno et al. (2000) wurden 4,9 g resistentes Dextrin über einen Zeitraum von 14 Tagen an 84 gesunde Personen über ein Getränk verabreicht. Eine signifikante Zunahme der Stuhlfrequenz und des Stuhlvolumens wurde bei den Personen, die eine Tendenz zu einer Verstopfung hatten, beobachtet.

Eine Dextrin-Supplementierung mit einer Dosierung von 7,5 g und 15 g täglich über 3 Wochen führte bei 38 gesunden erwachsenen Personen zu positiven Veränderungen der Bakterienpopulation im Darm (Fastinger et al. 2008). Der Anteil der Bifidobakterien nahm zu, was ein eindeutiger Beleg für einen präbiotischen Effekt ist. Außerdem wurde ein Anstieg der Stuhlfrequenz beobachtet. Diese war bei einer Dextrin-Dosierung von 15 g höher als der niedrigeren Dosierung von 7,5 g. Das Präparat wurde gut vertragen.

Eine Zunahme des Stuhlgewichts und der Stuhlfrequenz wurde in einer weiteren Studie, die mit 8 Männern durchgeführt wurde, nach einer Zufuhr von 20 g Dextrin über 5 Tage beobachtet (Satouchi et al. 1993). Das resistente Dextrin zeigte einen bifidogenen Effekt. Nach Zufuhr von 3,75 g täglich über einen Zeitraum von 5 Tagen, stieg die Stuhlfrequenz von durchschnittlich 2,6 Stuhlgängen auf 4 Stuhlgänge pro Woche an. Das durchschnittliche Stuhlvolumen stieg von 6 auf 11,3 an. Der prozentuale Anteil an Bifidobakterien in der intestinalen Mikroflora nahm signifikant zu (Ohkuma und Wakabayashi 2001). Der Verzehr von 30 g Dextrin täglich über 4 Wochen führte bei 6 gesunden Männern zu einer prozentualen Veränderung des Anteils von Bifidobakterien und Bacteroides im Colon zugunsten der Bifiodobakterien (Firmen interne Studienunterlagen). Eine Zunahme der Bifidobakterien und Laktobazillen wurde schließlich auch in einer weiteren Untersuchung festgestellt, nachdem über einen Zeitraum von 8 Tagen 30 g Ballaststoff täglich an 5 gesunde Erwachsene verabreicht wurden (Abb. 1) (Edwards et al., 2004)

Abb. 1: Vermehrung von gesundheitsfördernden Darmbakterien

bifidobakterien_laktobazillen_ohne

Kimura et al. (1998) verabreichten 5 g resistentes Dextrin täglich über einen Zeitraum von 3 Wochen an 62 gesunde Frauen, die weniger als 3 Stuhlgänge pro Woche hatten. Die Anzahl der wöchentlichen Stuhlgänge und das Stuhlvolumen stiegen als Folge signifikant an. Die Frauen gaben subjektiv ein größeres Wohlbefinden an. Der Verzehr resistenten Dextrins hatte auch in anderen Studien vergleichbare Effekte gezeigt (Inaki et al. 1999, Umekawa et al. 1999, Ogiso et al. 1999).

Anhand eines Rattenexperiments wurde außerdem beobachtet, dass resistentes Dextrin eine Größenveränderung der Mikrovilli im Dünndarm, die i.d.R. mit einer enteralen Ernährung einhergeht, zu verhindern vermag. Der Ballaststoff trägt somit zu einer Aufrechterhaltung der Darmfunktionen bei. (Kishimoto et al. 1995).

Einen Beleg für die gute Verträglichkeit des Ballaststoffs lieferten in-vitro-Studien, die mit einer humanen Fäzessuspension durchgeführt wurden. Das resistente Dextrin bewirkte innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 24 Stunden nur eine leichte pH-Wert-Senkung von 6,7 auf 6,3 im Vergleich zu anderen verzweigten Polysacchariden, wie z.B. Inulin (Fructooligosacchariden), hydrolisiertem Guargummi, und Gummi Arabicum. Außerdem kam es im gleichen Zeitraum zu einer geringeren Bildung kurzkettiger Fettsäuren (Abb. 2). Die Autoren schlussfolgerten, dass resistente Dextrine langsamer und nur zu einem Teil fermentiert werden, was dazu führt, dass im Darm weniger Gase gebildet werden (Flickinger et al. 2000).

Abb. 2: Bildung von kurzkettigen Fettsäuren (SCFA)

bildung_von_kurzkettigen_fettsaeuren